Viele Menschen kennen das Gefühl, dass eine belastende Erinnerung wie aus dem Nichts auftaucht – manchmal reicht ein Geräusch, ein Geruch oder ein Bild, um innere Unruhe oder sogar starke Angst auszulösen. Solche Erinnerungen sind oft mit traumatischen oder hoch belastenden Erfahrungen verknüpft und können das Leben erheblich einschränken.
Die Flash-Technik nach Philipp Manfield ist eine noch relativ neue traumatherapeutische Methode, die genau hier ansetzt. Sie wurde als Weiterentwicklung von EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) entwickelt und verfolgt das Ziel, belastende Erinnerungen zu entschärfen – ohne dass Betroffene sie detailliert durchleben oder ausführlich erzählen müssen.

Wie funktioniert die Methode?
Im Mittelpunkt steht ein sehr schonender Ansatz: Während die belastende Erinnerung nur am Rande im Hintergrund gehalten wird, richtet die Aufmerksamkeit sich bewusst auf positive oder neutrale Bilder und Gedanken. Die therapierende Person setzt dabei kurze, Impulse („Flashes“), die den Verarbeitungsprozess im Gehirn anstoßen. Auf diese Weise kann die Erinnerung neu abgespeichert werden – häufig mit deutlich weniger emotionaler Intensität.
Viele Klient*innen berichten, dass die belastenden Bilder oder Gefühle bereits nach wenigen Minuten ihre Wucht verlieren. Ein entscheidender Vorteil ist, dass dieser Prozess ohne starke Konfrontation geschieht, was die Technik besonders schonend macht.
Anwendungsgebiete
Die Flash-Technik wird heute vor allem eingesetzt bei:
• traumatischen Erfahrungen (z. B. Unfälle, Gewalterfahrungen)
• posttraumatischem Stress (PTBS)
• Ängsten und Phobien
• belastenden Erinnerungen, die auch Jahre später noch Unruhe auslösen
• starken Scham- oder Schuldgefühlen, die immer wieder auftauchen
Darüber hinaus eignet sich die Methode auch als Vorbereitung für tiefere Traumatherapie, wenn eine direkte Konfrontation noch zu überwältigend wäre.
Wissenschaftlicher Stand
Studien und Praxiserfahrungen zeigen, dass die Flash-Technik in vielen Fällen zu einer schnellen und spürbaren Entlastung führt. Schon nach einer oder wenigen Sitzungen berichten viele Menschen von einer deutlichen Beruhigung ihrer inneren Reaktionen. Besonders positiv ist, dass die Methode meist als angenehm und gut aushaltbar erlebt wird.
Gleichzeitig ist wichtig zu wissen: Die Flash-Technik ist eine junge Methode. Erste Studienergebnisse sind sehr ermutigend, doch die Forschung steckt noch in den Anfängen. Langfristige Wirkungen und der Vergleich mit etablierten Verfahren wie EMDR oder kognitiver Verhaltenstherapie werden derzeit wissenschaftlich weiter untersucht.
Fazit
Die Flash-Technik eröffnet einen neuen, sanften Weg, um belastende Erinnerungen zu verarbeiten. Sie bietet schnelle Entlastung, schont die Betroffenen und kann in vielen Lebenssituationen hilfreich sein. Auch wenn noch weitere Forschung notwendig ist, zeigt die Praxis bereits: Für viele Menschen ist die Flash-Technik ein wertvolles Werkzeug, um mehr innere Ruhe und Lebensqualität zu gewinnen.